DFB-Pokal Geschichte und historische Rekorde

Entdecken Sie die DFB-Pokal Historie seit 1935. Komplette Listen der Rekordsieger, unvergessliche Finalspiele und detaillierte Statistiken.

DFB-Pokal Geschichte – Rekordsieger, legendäre Finals und Meilensteine seit 1935

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Die DFB-Pokal Geschichte beginnt nicht 1953, wie viele glauben, sondern bereits 1935 — mit einem Wettbewerb, der damals noch einen anderen Namen trug, aber denselben Grundgedanken verfolgte: In einem einzigen Turnier sollen alle Vereine des Landes gegeneinander antreten können, unabhängig von Liga und Größe. Mehr als 80 Jahre Pokalgeschichte liegen zwischen dem ersten Endspiel und der Gegenwart, und diese Geschichte ist alles andere als eine trockene Chronik. Sie ist voller Überraschungen, Dramen und Momente, die in das kollektive Gedächtnis des deutschen Fußballs eingegangen sind.

Vom Tschammer-Pokal der Vorkriegszeit über die Wiederbelebung als DFB-Vereinspokal 1953 bis zum heutigen DFB-Pokal mit seinen 63 Spielen, 75 Millionen Euro Prämienvolumen und Millionenpublikum vor den Bildschirmen: Der Wettbewerb hat sich gewandelt, aber sein Kern ist geblieben. Der Pokal gehört allen — vom Oberligisten bis zum Rekordmeister. Und genau das macht seine Geschichte so erzählenswert.

Dieser Artikel zeichnet die Epochen des Pokals nach, stellt die Rekordsieger und ihre Dynastien vor, blickt auf unvergessliche Finals zurück, sammelt die bemerkenswertesten Rekorde und Kuriositäten und zeigt, wie der Pokal zum TV-Straßenfeger wurde. Es ist keine lückenlose Chronik — dafür wäre ein ganzes Buch nötig — sondern eine Reise durch die Momente, die den DFB-Pokal zu dem gemacht haben, was er heute ist: der wichtigste K.-o.-Wettbewerb im deutschen Vereinsfußball.

In der ewigen Tabelle führt der FC Bayern München als unangefochtener DFB-Pokal Rekordsieger mit 20 Titeln.

Von 1935 bis heute: Die Epochen des Pokals

Der Vorläufer des DFB-Pokals hieß Tschammer-Pokal, benannt nach Hans von Tschammer und Osten, dem Reichssportführer des nationalsozialistischen Regimes. Der Wettbewerb wurde 1935 ins Leben gerufen und fand bis 1943 statt — neun Ausgaben, die in einer Zeit ausgetragen wurden, in der der Sport instrumentalisiert und die Vereinslandschaft politisch gleichgeschaltet war. Der Tschammer-Pokal war ein K.-o.-Wettbewerb für alle deutschen Vereine und legte damit das strukturelle Fundament, auf dem der spätere DFB-Pokal aufgebaut wurde. Die ersten Gewinner — darunter der 1. FC Nürnberg, Schalke 04 und der Dresdner SC — gehörten zu den stärksten Mannschaften ihrer Zeit. Nach Kriegsende 1945 wurde der Wettbewerb eingestellt, und der Name Tschammer-Pokal verschwand aus dem deutschen Fußball — belastet durch die Verbindung zum Regime.

Acht Jahre vergingen, bis der DFB 1953 den Vereinspokal wiederbelebte — nun unter dem Namen DFB-Vereinspokal, später schlicht DFB-Pokal. Das erste Endspiel der neuen Ära gewann Rot-Weiss Essen gegen Alemannia Aachen mit 2:1. Es war der Neubeginn eines Wettbewerbs, der sich bewusst von der politischen Last des Vorgängers löste und den sportlichen Grundgedanken in den Vordergrund stellte: ein offener Wettbewerb für alle Vereine des Landes. Die fünfziger und sechziger Jahre waren eine Phase der Konsolidierung: Der Wettbewerb etablierte sich neben der Oberliga und ab 1963 neben der neu gegründeten Bundesliga als zweiter nationaler Titel. In diesen Jahrzehnten war der Pokal noch nicht das mediale Großereignis, das er heute ist — die Finals fanden vor überschaubaren Kulissen statt, und die TV-Präsenz beschränkte sich auf Zusammenfassungen in den Nachrichtensendungen.

Die siebziger und achtziger Jahre brachten die erste große Blütezeit des Pokals. Vereine wie Bayern München, Eintracht Frankfurt, Borussia Mönchengladbach und der 1. FC Köln prägten den Wettbewerb mit legendären Auftritten. In dieser Phase entwickelte sich der Pokal vom zweitrangigen Wettbewerb zur ernsthaften Trophäe, um die auch die Spitzenvereine mit voller Kraft kämpften. Das Double — Meisterschaft und Pokal in einer Saison — wurde zum angestrebten Ziel, und die Pokalsaisons dieser Jahre brachten einige der dramatischsten Duelle hervor, die der deutsche Vereinsfußball je gesehen hat. Der DFB verlegte das Finale 1985 dauerhaft nach Berlin ins Olympiastadion — eine Entscheidung, die dem Wettbewerb ein festes Zuhause gab und den Finaltag zu einem nationalen Fußballfeiertag machte. Berlins Sportsenatorin Iris Spranger fasste die Bedeutung dieser Verbindung in einer Pressemitteilung zur Vertragsverlängerung des Pokalfinals bis 2030 zusammen: „Das DFB-Pokalfinale gehört seit Jahrzehnten zu Berlin wie das Olympiastadion selbst.“

Die neunziger Jahre und die Jahrtausendwende standen im Zeichen der Bayern-Dominanz. München gewann den Pokal zwischen 1998 und 2016 achtmal — eine Serie, die den Verein endgültig zum Rekordpokalsieger machte. Gleichzeitig wuchs die mediale Bedeutung des Finals: Die Einschaltquoten kletterten, die Prämien stiegen, und der Pokal wurde zum wirtschaftlichen Faktor für die teilnehmenden Vereine. In dieser Phase etablierte sich auch die Tradition des „Pokalwochenendes“ in Berlin — mit Fanfesten, Sonderzügen und einer Atmosphäre, die den Finaltag zu einem Event weit über den Sport hinaus machte.

Seit den 2010er-Jahren erlebt der DFB-Pokal eine Renaissance als Wettbewerb der Emotionen. Die Zuschauerzahlen in den Stadien erreichen Rekordwerte, die TV-Quoten bleiben auf hohem Niveau, und die sozialen Medien haben dem Pokal eine zusätzliche Bühne gegeben. Vereine wie Holstein Kiel, Arminia Bielefeld oder der 1. FC Saarbrücken haben mit spektakulären Pokalläufen gezeigt, dass der Wettbewerb auch für kleinere Klubs eine realistische Chance auf nationales Rampenlicht bietet. Die Saison 2024/25 brachte mit dem Finaleinzug von Drittligist Arminia Bielefeld eine der größten Sensationen der jüngeren Pokalhistorie — ein Beleg dafür, dass der Wettbewerb seine Kernidentität als offener K.-o.-Wettbewerb bewahrt hat. Der Pokal bleibt, was er immer war: ein Turnier, in dem die Hierarchien der Liga für 90 Minuten aufgehoben werden.

Rekordsieger und ihre Pokal-Dynastien

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An der Spitze der ewigen Bestenliste steht der FC Bayern München mit 20 Pokalsiegen und 24 Finalteilnahmen. Diese Zahlen sind im deutschen Fußball unerreicht und spiegeln eine Dominanz wider, die sich über Jahrzehnte erstreckt. Bayerns Pokal-Dynastien lassen sich in Phasen einteilen: die frühen Erfolge in den siebziger Jahren unter Franz Beckenbauer, die Seriensiege in den Neunzigern und 2000ern unter verschiedenen Trainern und die jüngeren Triumphe, zuletzt 2020. Für Bayern ist der Pokal mehr als ein Trostpreis — er ist ein fester Bestandteil des Selbstverständnisses als erfolgreichster deutscher Verein.

Auf Platz zwei der Siegerliste steht Werder Bremen mit sechs Titeln. Bremens Pokalgeschichte ist eng mit den Achtzigern und Neunzigern verbunden, als der Verein unter Otto Rehhagel und später Thomas Schaaf zu den stärksten Teams Deutschlands gehörte. Die Pokalsaison 2008/09, in der Bremen seinen bis heute letzten Titel holte, gehört zu den emotionalsten der Vereinsgeschichte. Seitdem ist Bremen im Pokal nicht mehr über das Halbfinale hinausgekommen — eine Durststrecke, die angesichts der Vereinsgeschichte ungewöhnlich wirkt, aber den zyklischen Charakter des Pokals widerspiegelt: Dynastien enden, neue beginnen.

Borussia Dortmund folgt mit fünf Pokalsiegen. Der BVB hat seine Pokaltriumphe gleichmäßiger über die Jahrzehnte verteilt als Bremen und war zuletzt 2021 erfolgreich. Dortmunds Pokalfinale sind häufig von hoher Dramatik geprägt — das Finale 2016 gegen Bayern München vor rund 14 Millionen TV-Zuschauern ist ein Beleg dafür, dass der BVB im Pokal eine besondere Anziehungskraft besitzt. Die gelbe Wand des Signal Iduna Parks hat auch bei Pokalspielen in den früheren Runden für Atmosphäre gesorgt, die Bundesliga-Niveau übersteigt.

Der VfB Stuttgart steht mit vier Titeln auf Rang vier — den jüngsten gewann er 2025 mit einem 4:2 gegen Arminia Bielefeld. Stuttgarts Pokalsieg war der erste seit 1997 und beendete eine fast drei Jahrzehnte währende Wartezeit. Für den Verein war es ein Moment der Befreiung, der eine neue Pokal-Ära einläuten könnte — die laufende Saison, in der Stuttgart als Titelverteidiger im Halbfinale steht, deutet darauf hin. Stuttgarts Pokalgeschichte ist zwar kürzer als die der Dauergäste Bayern und Bremen, aber sie enthält einige der emotionalsten Momente der Vereinshistorie — darunter den ersten Pokalsieg 1954, nur ein Jahr nach der Wiedereinführung des Wettbewerbs.

Hinter diesen vier Vereinen folgt eine Reihe von Klubs mit jeweils drei Titeln, darunter Eintracht Frankfurt, Schalke 04 und 1. FC Köln. Was auffällt: Die Pokal-Siegerliste ist breiter gestreut als die der Meisterschaften. Während die Bundesliga seit Jahrzehnten von Bayern dominiert wird, haben im Pokal auch kleinere Vereine immer wieder den Titel geholt. Das liegt in der Natur des K.-o.-Systems: Ein Spiel, ein Ergebnis — und plötzlich ist der Außenseiter eine Runde weiter. Diese strukturelle Offenheit unterscheidet den DFB-Pokal von der Liga und ist einer der Gründe, warum der Wettbewerb über die Jahrzehnte nichts von seiner Faszination verloren hat.

Unvergessliche Finals

Die Geschichte des DFB-Pokals lässt sich auch über seine denkwürdigsten Endspiele erzählen. Einige Finals haben sich tiefer ins Gedächtnis gebrannt als andere — nicht immer wegen der sportlichen Qualität, aber stets wegen der Geschichten, die sie hervorbrachten.

Das Finale 2016 zwischen Bayern München und Borussia Dortmund war ein Pokalendspiel der Superlative. Rund 14 Millionen Zuschauer verfolgten das Spiel am Bildschirm — der höchste TV-Wert eines Pokalfinals in der jüngeren Geschichte. Bereits die Vorberichterstattung war ein Ereignis: Zwei Fanlager teilten sich das Berliner Olympiastadion, gelb auf der einen Seite, rot auf der anderen, und die Choreografien beider Kurven setzten Maßstäbe. Auf dem Platz entwickelte sich ein taktisch hochklassiges Duell, das nach 120 torlosen Minuten ins Elfmeterschießen ging. Bayern gewann 4:3 im Elfmeterschießen — ein Ergebnis, das die Nerven aller Beteiligten bis zum Äußersten strapazierte und dem Pokalfinale die Aufmerksamkeit sicherte, die es als Saisonhöhepunkt verdient.

Das Finale 2011, Schalke 04 gegen MSV Duisburg, lieferte eine andere Art von Drama. Schalke gewann 5:0 und feierte einen der deutlichsten Finalsiege der Pokalgeschichte — doch die eigentliche Geschichte spielte sich abseits des Ergebnisses ab. Für Duisburg, damals Zweitligist, war allein der Einzug ins Finale eine Sensation. Das Spiel zeigte, dass der Pokal auch Vereine in einer schwierigen Phase auf die größte Bühne des deutschen Vereinsfußballs bringen kann.

Das jüngste denkwürdige Finale datiert vom Mai 2025: VfB Stuttgart gegen Arminia Bielefeld, 4:2. Bielefeld, ein Drittligist, hatte sich als erster Verein aus der 3. Liga seit Jahren bis ins Endspiel vorgekämpft und dort sogar das Ehrentor erzielt — Julian Kania traf in der 82. Minute und schrieb damit Geschichte als erster Spieler eines Drittligisten, der in einem DFB-Pokal-Finale traf. Stuttgart gewann verdient, aber Bielefelds Weg dorthin war die eigentliche Erzählung der Pokalsaison 2024/25. Für Stuttgart war es der vierte Pokaltitel der Vereinsgeschichte — und der Beginn einer neuen Pokalära, die in der laufenden Saison mit dem Halbfinaleinzug fortgesetzt wird.

Was diese Finals verbindet, ist nicht das Ergebnis, sondern die Intensität. Der DFB-Pokal schafft es wie kein anderer Wettbewerb in Deutschland, einzelne Spiele zu Ereignissen zu machen, die über das Sportliche hinausgehen. Das Berliner Olympiastadion als feste Bühne seit 1985 trägt dazu bei — der Ort selbst ist Teil der Geschichte, die jedes Finale erzählt. Die Rituale rund um den Finaltag — der Einzug der Mannschaften, die Fanmärsche durch Berlin, das Konfetti nach dem Schlusspfiff — haben sich über die Jahrzehnte zu einem festen Bestandteil der deutschen Fußballkultur entwickelt. Jedes Finale schreibt ein neues Kapitel in einem Buch, das seit mehr als 80 Jahren fortgeschrieben wird.

Rekorde und Kuriositäten

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Mehr als 80 Jahre Pokalgeschichte haben eine Fülle von Rekorden hervorgebracht — einige davon beeindruckend, andere kurios, alle Teil des Charmes, der den DFB-Pokal auszeichnet.

Der erfolgreichste Torschütze der Pokalhistorie ist Gerd Müller mit 78 Toren. Eine Zahl, die angesichts der heutigen Kaderrotation und der begrenzten Anzahl an Pokalspielen pro Saison wohl unerreichbar bleiben wird. Müller erzielte seine Pokaltore zwischen 1964 und 1979 in einer Ära, in der Bayern München den Wettbewerb dominierte und der „Bomber der Nation“ in nahezu jedem Pokalspiel auf dem Platz stand. Seine Trefferquote im Pokal war noch höher als in der Liga — ein Beleg dafür, dass Müller in den entscheidenden Spielen am gefährlichsten war. Zum Vergleich: Aktuelle Spitzenstürmer kommen pro Saison auf maximal fünf bis sechs Pokaleinsätze — für 78 Tore bräuchte man über ein Jahrzehnt konstanter Pokal-Torjäger-Leistung.

Eine der bemerkenswertesten Kuriositäten der jüngeren Pokalgeschichte betrifft Sabrina Wittmann. Die Trainerin des FC Ingolstadt 04 betreute ihre Mannschaft in der 1. Runde 2024/25 gegen den 1. FC Kaiserslautern und war damit die erste Frau, die als Cheftrainerin ein DFB-Pokal-Spiel leitete. Ingolstadt verlor die Partie 1:2, doch Wittmanns historischer Einsatz wurde weit über die Grenzen des Pokals hinaus wahrgenommen — ein Meilenstein für den Frauenanteil im deutschen Profifußball. Dass dieser Meilenstein ausgerechnet im DFB-Pokal fiel, passt zum Charakter des Wettbewerbs: Er ist das Forum, in dem Dinge zum ersten Mal geschehen.

Ein weiterer Rekord aus der laufenden Saison 2025/26: Im Achtelfinale am 2. Dezember 2025 erzielte Kennet Eichhorn von Hertha BSC beim 6:1-Sieg gegen den 1. FC Kaiserslautern das Tor zum 3:0 und wurde mit 16 Jahren und 128 Tagen zum jüngsten Torschützen in der Geschichte des DFB-Pokals. Er löste damit Jude Bellingham ab, der den Rekord seit 2020 gehalten hatte.

Statistisch interessant ist eine Konstante, die seit über zwei Jahrzehnten Bestand hat: Seit 2003 sind in jedem DFB-Pokal-Jahrgang mindestens zwei Bundesligisten bereits in der 1. Runde ausgeschieden. Das klingt nach einer statistischen Randnotiz, ist aber ein Beleg für die Unberechenbarkeit des Wettbewerbs. Kein Bundesligist kann sich seines Weiterkommens sicher sein — nicht in der 1. Runde, nicht im Achtelfinale, nicht im Halbfinale. Die Liste der prominenten Erstrundenverlierer der letzten Jahre liest sich wie ein Bundesliga-Kader: Wolfsburg, Hertha BSC, Gladbach, Augsburg — sie alle mussten die Erfahrung machen, dass der Pokal keinen Respekt vor Tabellenplätzen kennt.

Die Zuschauerzahlen liefern ebenfalls Rekordwerte. In der Saison 2024/25 besuchten allein in der 1. Runde 472.406 Fans die 32 Partien — der höchste Erstrundenbesuch in der Geschichte des Wettbewerbs. In der 2. Runde stieg die Gesamtzahl auf 523.103, im Achtelfinale lag der Schnitt bei 35.755 pro Spiel. Beim Finale 2025 im Berliner Olympiastadion fasste das Stadion durch Zusatztribünen bis zu 76.000 Zuschauer, und die Ticketnachfrage überstieg das Angebot um ein Vielfaches: 1,66 Millionen reale Anfragen gingen beim DFB ein, dazu 160 Millionen Bot-Attacken auf das Ticketsystem. Der Pokal ist nicht nur sportlich, sondern auch logistisch ein Großereignis — und die Nachfrage zeigt keine Anzeichen einer Abschwächung.

TV-Quoten: Wie das Finale zum Straßenfeger wurde

Das DFB-Pokalfinale ist eines der meistgesehenen Sportereignisse im deutschen Fernsehen. Die TV-Quoten der vergangenen Jahre zeigen einen Wettbewerb, der sein Publikum hält — und das in einer Zeit, in der lineare TV-Nutzung insgesamt rückläufig ist.

Den Spitzenwert der jüngeren Geschichte markiert das Finale 2016 zwischen Bayern München und Borussia Dortmund: Rund 14 Millionen Zuschauer sahen die Partie im Free-TV. Dieses Ergebnis ist allerdings ein Ausreißer — die Kombination aus den beiden populärsten Vereinen Deutschlands und einem Elfmeter-Drama trieb die Zahlen auf ein Niveau, das seitdem nicht mehr erreicht wurde.

Die Finals 2018 und 2019 lagen bei jeweils rund 10 Millionen Zuschauern — ein solider Wert, der die Attraktivität des Wettbewerbs auch ohne das Duell der Giganten bestätigt. Das COVID-Finale 2020 zwischen Bayern und Leverkusen, das ohne Zuschauer im Stadion stattfand, erreichte etwa 7 Millionen TV-Zuschauer — ein Rückgang, der weniger am fehlenden Interesse als an der allgemeinen Sportmüdigkeit während der Pandemie lag. Die leere Kulisse des Olympiastadions an jenem Abend gehört zu den unwirklichsten Bildern der deutschen Fußballgeschichte und zeigte im Umkehrschluss, wie viel die Fans vor Ort zur Atmosphäre beitragen, die das Finale zum Event macht.

Das Finale 2024, Bayer Leverkusen gegen den 1. FC Kaiserslautern, kam auf 7,95 Millionen Zuschauer auf ARD bei einem Marktanteil von 34 Prozent. Leverkusen gewann 1:0, und die Partie zog trotz des defensiven Spielverlaufs ein breites Publikum an — nicht zuletzt wegen der Underdog-Geschichte Kaiserslauterns, das als Zweitligist ins Finale eingezogen war.

Das bislang letzte Finale, Stuttgart gegen Bielefeld im Mai 2025, erreichte auf ZDF 7,56 Millionen Zuschauer bei einem Marktanteil von 32,7 Prozent. Besonders bemerkenswert war der Wert in der jungen Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen: 2,05 Millionen Zuschauer bei einem Marktanteil von 42,2 Prozent. Diese Zahl zeigt, dass der Pokal auch bei einem jüngeren Publikum ankommt, das dem linearen Fernsehen sonst zunehmend den Rücken kehrt.

Der Trend über die vergangenen zehn Jahre lässt sich so zusammenfassen: Die absoluten Zuschauerzahlen schwanken je nach Finalpaarung zwischen 7 und 14 Millionen, aber der Marktanteil bleibt konstant hoch — regelmäßig über 30 Prozent. Das bedeutet, dass etwa jeder dritte Deutsche, der zu diesem Zeitpunkt den Fernseher einschaltet, das Pokalfinale sieht. In einem fragmentierten Medienmarkt, in dem Streaming-Dienste und On-Demand-Inhalte den linearen Sendern Zuschauer abwerben, ist das ein bemerkenswerter Wert.

Besonders aufschlussreich ist die Entwicklung in der jungen Zielgruppe. Während klassische TV-Formate bei den 14- bis 49-Jährigen seit Jahren an Reichweite verlieren, hält der DFB-Pokal seine Position: Marktanteile von über 40 Prozent in dieser Gruppe sind beim Finale keine Seltenheit. Das liegt auch daran, dass der Pokal über die Mediatheken von ARD und ZDF parallel gestreamt wird — ein Hybridmodell, das jüngere Zuschauer dort abholt, wo sie sich aufhalten. Der DFB-Pokal hat sich als eines der letzten TV-Gemeinschaftserlebnisse im deutschen Sport behauptet — neben dem DFB-Länderspiel und dem Champions-League-Finale.

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