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Der DFB-Pokal Modus ist auf den ersten Blick simpel: 64 Teams, ein Modus, keine zweite Chance. Wer verliert, fliegt raus. Wer gewinnt, kommt weiter. Sechs Runden, ein Finale in Berlin — fertig. Doch hinter dieser Einfachheit verbirgt sich ein Regelwerk, das deutlich komplexer ist, als die meisten Zuschauer vermuten. Vom Heimrecht der Amateure über den Einsatz des Videoassistenten bis zur sogenannten Acht-Sekunden-Regel: Der DFB-Pokal hat eigene Regeln, die ihn von der Bundesliga und den europäischen Wettbewerben unterscheiden.
In einer Saison, in der selbst der Frauen-Pokal erstmals einen eigenständigen Medienrechte-Tender erhalten hat, zeigt sich, dass der DFB den Pokalwettbewerb als eigenständiges Produkt versteht — mit eigener Identität und eigenen Spielregeln. Das K.-o.-Format ist dabei kein bloßes Turnierformat, sondern eine bewusste Entscheidung: Es schafft die Dramatik, die den Pokal vom Ligaalltag abhebt, und es gibt kleineren Vereinen eine realistische Chance, große Gegner zu schlagen.
Dieser Artikel erklärt den Modus des DFB-Pokals 2025/26 vollständig: vom K.-o.-Prinzip über die Regeln für Verlängerung und Elfmeterschießen bis zu den Besonderheiten bei VAR, der Acht-Sekunden-Regel und der Qualifikation der 64 Teilnehmer. Dazu ein Überblick über die offiziellen Durchführungsbestimmungen — das 82-seitige Regelwerk, das den gesamten Wettbewerb regiert. Wer den DFB-Pokal nicht nur als Fan, sondern mit Verständnis für seine Mechanismen verfolgen will, findet hier die Grundlage dafür.
Nach den Qualifikationsrunden entscheidet das Losverfahren über die DFB-Pokal Auslosung und die Lostöpfe der nächsten Runde.
Das K.-o.-Prinzip: Vom Landespokalsieg bis Berlin
Der DFB-Pokal wird im reinen K.-o.-System ausgespielt. Das bedeutet: In jeder Runde trifft ein Team auf einen Gegner, und nur der Sieger kommt weiter. Es gibt keine Gruppenphase, keine Rückspiele, keine Hinrunden-Rückrunden-Logik. Ein einziges Spiel entscheidet. Diese Kompromisslosigkeit ist das Markenzeichen des Wettbewerbs und der Grund, warum der DFB-Pokal Saison für Saison Überraschungen hervorbringt, die in einem Ligasystem statistisch unwahrscheinlich wären.
Der Weg zum Pokalfinale umfasst sechs Runden: 1. Runde (64 → 32), 2. Runde (32 → 16), Achtelfinale (16 → 8), Viertelfinale (8 → 4), Halbfinale (4 → 2) und Finale (2 → 1). In der 1. Runde starten 64 Mannschaften, von denen 36 aus den Profiligen (Bundesliga, 2. Bundesliga, 3. Liga) und 28 aus dem Amateurbereich kommen. Die Amateure qualifizieren sich über die Landespokale der 21 Landesverbände — wer den Landespokal gewinnt, erhält einen Startplatz im DFB-Pokal. Das garantiert, dass in jeder Pokalsaison Vereine dabei sind, die im Ligaalltag mehrere Spielklassen unterhalb der Bundesliga angesiedelt sind.
Ein zentrales Element des K.-o.-Prinzips ist das Heimrecht. In der 1. Runde gilt eine Sonderregelung: Der unterklassige Verein hat automatisch Heimrecht. Wenn also ein Landespokalsieger aus der Oberliga auf einen Bundesligisten trifft, wird das Spiel im Stadion des Amateurvereins ausgetragen — sofern es die Sicherheitsanforderungen des DFB erfüllt. Andernfalls weicht man in ein geeignetes Stadion der Region aus, aber das Heimrecht bleibt beim kleineren Verein. Diese Regelung ist bewusst gesetzt: Sie soll den Amateuren den finanziellen und atmosphärischen Vorteil sichern und die Attraktivität des Pokals als Wettbewerb erhalten, der Profis und Amateure verbindet.
DFB-Vizepräsident Peter Frymuth brachte dieses Prinzip in einer offiziellen DFB-Mitteilung zur Verteilung der Pokalerlöse auf den Punkt: „Die erneut partnerschaftliche Abstimmung zwischen DFB und DFL zeigt einmal mehr die Einheit zwischen Profis und Amateuren. In ihr drückt sich auch die Attraktivität dieses Formats und des DFB-Pokals als Wettbewerb aus.“ Diese Einheit ist nicht nur rhetorisch — sie spiegelt sich in der Verteilung der Erlöse, im Heimrecht und in der gesamten Turnierstruktur wider.
Ab der 2. Runde wird das Heimrecht per Losverfahren bestimmt. Der Verein, der bei der Auslosung zuerst gezogen wird, hat Heimrecht. Es gibt keine Setzlisten und keine getrennten Lostöpfe — theoretisch kann jeder auf jeden treffen. Das bedeutet auch: Bayern München kann im Achtelfinale auswärts bei einem Zweitligisten antreten, und ein Drittligist kann Heimrecht gegen einen Champions-League-Teilnehmer erhalten. Diese Offenheit ist gewollt und unterscheidet den DFB-Pokal von vielen internationalen Pokalwettbewerben, die durch Setzlisten die Wahrscheinlichkeit von Spitzenduellen in späteren Runden erhöhen.
Nur in der 1. Runde werden die Amateure und die Profivereine in getrennte Töpfe gelost, um sicherzustellen, dass die attraktiven David-gegen-Goliath-Duelle entstehen, die den Pokalstart seit Jahrzehnten prägen. In der laufenden Saison 2025/26 nahmen neun Drittligisten am Wettbewerb teil, nach einem Rekord von zwölf in der Vorsaison. Diese Zahlen unterstreichen die Breite des Wettbewerbs und erklären, warum der Pokal für die unteren Spielklassen eine solche Bedeutung hat.
Verlängerung und Elfmeterschießen
Wenn nach 90 Minuten Spielzeit kein Sieger feststeht, geht es in die Verlängerung. Die Verlängerung im DFB-Pokal umfasst zweimal 15 Minuten — insgesamt also 30 Minuten zusätzliche Spielzeit, aufgeteilt in zwei Halbzeiten mit Seitenwechsel dazwischen. Das Golden Goal, bei dem das erste Tor in der Verlängerung sofort das Spiel entscheidet, gibt es seit 2004 nicht mehr — die UEFA und der DFB schafften es gemeinsam ab, nachdem die Regel in der Praxis mehr Verwirrung als Spannung erzeugt hatte. Seitdem wird die Verlängerung stets vollständig ausgespielt, auch wenn ein Team bereits in der 91. Minute trifft. Beide Mannschaften haben bis zur 120. Minute die Chance, das Ergebnis zu verändern.
Während der Verlängerung dürfen die Trainer einen zusätzlichen Wechsel vornehmen. Seit der Saison 2020/21 liegt die Gesamtzahl der erlaubten Auswechslungen bei fünf pro Team (plus dem sechsten Wechsel in der Verlängerung). Die Wechsel können in maximal drei Wechselfenstern vorgenommen werden — die Halbzeitpause und der Beginn der Verlängerung zählen dabei nicht als Wechselfenster. Diese Regelung entspricht der FIFA-Standardregel, die auch in der Bundesliga und in UEFA-Wettbewerben gilt.
Steht nach der Verlängerung immer noch kein Sieger fest, folgt das Elfmeterschießen. Die Prozedur ist klar definiert: Jedes Team benennt fünf Schützen, die abwechselnd antreten. Der Torwart darf während des Elfmeterschießens nur ausgewechselt werden, wenn er verletzt ist. Steht es nach den ersten fünf Schützen pro Team weiterhin unentschieden, geht das Elfmeterschießen in die Sudden-Death-Phase — jeweils ein Schütze pro Team, bis eine Mannschaft trifft und die andere nicht.
Die psychologische Dimension des Elfmeterschießens ist im Pokal besonders ausgeprägt. In einem Ligaspiel kann eine Niederlage durch Siege in den folgenden Wochen kompensiert werden. Im Pokal ist ein verschossener Elfmeter das Ende der Saison in diesem Wettbewerb — endgültig und unwiderruflich. Die Geschichte des DFB-Pokals ist reich an Elfmeter-Dramen, in denen Spieler an dieser Verantwortung gewachsen oder zerbrochen sind. Es gibt keinen Moment im deutschen Fußball, der mehr Nerven fordert als das Elfmeterschießen in einem Pokal-Halbfinale oder -Finale.
Eine Besonderheit: In den frühen Runden, in denen kein VAR zum Einsatz kommt, liegt die Entscheidung über strittige Elfmeterszenen allein beim Schiedsrichter auf dem Platz. Ab dem Achtelfinale, wenn der VAR verfügbar ist, werden Elfmeterentscheidungen technisch überprüft — was die Korrektheit erhöht, aber auch die emotionale Dynamik verändert. Ein Elfmeter, der erst nach einer minutenlangen VAR-Überprüfung gegeben wird, erzeugt eine andere Spannung als ein sofort gepfiffener Strafstoß. Diese Verzögerung gehört mittlerweile zum Pokalalltag — und spaltet die Fans nach wie vor in Befürworter und Gegner des technischen Eingriffs.
VAR im DFB-Pokal: Ab dem Achtelfinale
Der Video Assistant Referee kommt im DFB-Pokal nicht von Beginn an zum Einsatz, sondern erst ab dem Achtelfinale. Diese Entscheidung ist bewusst getroffen und hat sowohl technische als auch finanzielle Gründe.
In der 1. und 2. Runde werden viele Spiele in kleineren Stadien ausgetragen, die nicht über die technische Infrastruktur für den VAR-Betrieb verfügen. Der VAR benötigt ein umfangreiches Kamerasystem — mindestens acht bis zwölf Kamerapositionen mit spezifischen Winkeln —, einen Videooperationsraum und eine stabile Datenverbindung zum zentralen VAR-Zentrum in Köln. Die Amateurstadien, in denen Landespokalsieger ihre Heimspiele austragen, erfüllen diese Voraussetzungen in der Regel nicht. Die Installation temporärer VAR-Systeme für ein einzelnes Pokalspiel wäre technisch möglich, aber wirtschaftlich unverhältnismäßig.
Ab dem Achtelfinale wird ausschließlich in Stadien gespielt, die über die entsprechende Infrastruktur verfügen — entweder weil sie ohnehin Bundesliga-Standard haben oder weil der DFB entsprechende Anforderungen an die Spielstätte stellt. Ab diesem Punkt kommt der VAR in seiner vollen Funktion zum Einsatz: Er überprüft Tore, Elfmeterentscheidungen, direkte Rote Karten und Spielerverwechslungen.
Die Entscheidungshoheit liegt weiterhin beim Schiedsrichter auf dem Platz. Der VAR greift nur bei klaren und offensichtlichen Fehlentscheidungen ein — das sogenannte Minimum-Interference-Prinzip gilt auch im Pokal. In der Praxis bedeutet das: Nicht jede strittige Szene wird überprüft, sondern nur solche, bei denen der VAR einen eindeutigen Fehler des Schiedsrichters identifiziert. Der Schiedsrichter kann dann die Szene am Bildschirm am Spielfeldrand selbst ansehen (On-Field Review) oder die Empfehlung des VAR direkt übernehmen.
Für die Amateurvereine, die es bis ins Achtelfinale schaffen, bedeutet der VAR eine Umstellung. In ihrem Ligaalltag — Regionalliga, Oberliga oder darunter — gibt es keinen Videoassistenten. Die plötzliche Präsenz einer technischen Kontrollinstanz verändert die Spielweise: Defensivaktionen im Strafraum werden vorsichtiger, Offensivaktionen müssen auch der Videoprüfung standhalten. Spieler, die es gewohnt sind, dass ein Handspiel oder ein Foulspiel an der Strafraumgrenze ungeahndet bleibt, müssen sich darauf einstellen, dass der VAR solche Szenen nachträglich identifiziert. Diese Asymmetrie der Erfahrung kann ein Vorteil für die Profiklubs sein, die den VAR aus dem Ligaalltag kennen — oder ein Nachteil, wenn sie sich in falscher Sicherheit wiegen und ihre Defensivarbeit vernachlässigen, weil sie darauf vertrauen, dass der VAR jeden Fehler korrigiert.
Eine häufig diskutierte Frage ist, ob der VAR nicht bereits ab der 1. Runde eingesetzt werden sollte. Befürworter argumentieren, dass sportliche Fairness in allen Runden gewährleistet sein sollte — schließlich können strittige Entscheidungen in der 1. Runde genauso spielentscheidend sein wie im Achtelfinale. Der DFB hält jedoch an der aktuellen Regelung fest und verweist auf die technischen und finanziellen Hürden, die einen flächendeckenden VAR-Einsatz in 32 zeitgleichen Erstrundenpartien — davon viele in Amateurstadien — derzeit unmöglich machen.
Die Acht-Sekunden-Regel
Eine der ungewöhnlichsten Regeln im DFB-Pokal ist die sogenannte Acht-Sekunden-Regel — ein Sonderspielvermerk, der so nur im deutschen Vereinspokal existiert und in keinem anderen großen Fußballwettbewerb Europas Anwendung findet.
Die Regel besagt: Wenn der Torwart den Ball kontrolliert — sei es durch einen Fang, nach einem Rückpass oder nach dem Aufheben eines ruhenden Balls —, muss er ihn innerhalb von acht Sekunden wieder ins Spiel bringen. Die Zeitmessung beginnt, sobald der Torwart den Ball sicher in beiden Händen hält oder ihn am Boden kontrolliert. Bei Verstoß kann der Schiedsrichter einen indirekten Freistoß für die gegnerische Mannschaft im Strafraum verhängen — eine Situation, die für den betroffenen Torwart und seine Mitspieler äußerst unangenehm ist.
Der Hintergrund dieser Regel liegt im Zeitspiel. In früheren Pokalsaisons nutzten insbesondere führende Mannschaften die Torwartphase, um das Tempo aus dem Spiel zu nehmen und die Uhr herunterzulaufen. Der DFB reagierte mit der Acht-Sekunden-Regel, die das Zeitspiel des Torwarts effektiv unterbindet und den Spielfluss fördert. In der Bundesliga gibt es diese Regel nicht — dort gelten die FIFA-Standardregeln, die dem Torwart sechs Sekunden geben, in der Praxis aber kaum geahndet werden.
Die Reaktionen auf die Acht-Sekunden-Regel waren von Beginn an gemischt. Trainer und Spieler kritisieren gelegentlich, dass die Regel den natürlichen Rhythmus des Spiels störe — insbesondere dann, wenn ein Torwart nach einem harten Zweikampf im Strafraum den Ball sichert und wenige Sekunden Orientierungszeit benötigt. Befürworter argumentieren, dass die Regel genau das tut, was sie soll: Sie verhindert systematisches Zeitspiel und hält das Spiel in Bewegung. In der Praxis wird die Regel nicht in jedem Spiel auffällig — aber wenn sie greift, sorgt sie verlässlich für Diskussionen.
Für Amateurvereine, die gegen Profiklubs antreten, kann die Acht-Sekunden-Regel ein taktischer Faktor sein. Wenn ein unterklassiger Verein in Führung liegt und sein Torwart versucht, Zeit zu schinden, greift die Regel deutlich früher als im normalen Ligabetrieb. Das erzwingt ein schnelleres Aufbauspiel von hinten heraus — was gegen pressingstarke Bundesligisten riskant werden kann.
Qualifikation: Wer darf mitspielen?
Die 64 Startplätze im DFB-Pokal verteilen sich nach einem festen Schlüssel auf Profi- und Amateurvereine. Das System ist so gestaltet, dass beide Welten des deutschen Fußballs vertreten sind — und dass der Pokal seinen Charakter als Breitenwettbewerb behält.
Aus der Bundesliga (18 Vereine) und der 2. Bundesliga (18 Vereine) sind alle 36 Profiklubs automatisch qualifiziert. Sie erhalten ihre Startplätze unabhängig von der Platzierung in der Vorsaison. Die 3. Liga stellt vier garantierte Plätze: Die Vereine auf den Plätzen 1 bis 4 der Abschlusstabelle sind direkt qualifiziert. Weitere Drittligisten können über die Landespokale einziehen, sofern sie gleichzeitig den Landespokal ihres Verbands gewinnen.
Die restlichen 24 Plätze gehen an die Sieger der 21 Landespokale. Da es 21 Landesverbände, aber 24 Plätze gibt, erhalten die drei mitgliederstärksten Verbände — Bayern, Niedersachsen und Westfalen — jeweils einen zusätzlichen Platz. Dieser geht an den Landespokal-Finalisten (also den unterlegenen Finalisten des Landespokals), der dann ebenfalls im DFB-Pokal starten darf.
In der Saison 2025/26 nahmen neun Drittligisten am DFB-Pokal teil. Im Vorjahr waren es zwölf — ein Rekordwert, der darauf zurückzuführen war, dass mehrere Drittligisten gleichzeitig Landespokale gewannen und damit zusätzlich zu ihren vier garantierten Plätzen weitere Startrechte sicherten. Für die Zuschauer bedeutet eine hohe Drittliga-Beteiligung mehr Duelle zwischen Dritt- und Erstligisten in der 1. Runde — und damit mehr Potenzial für Überraschungen.
Die Qualifikation über die Landespokale hat eine wichtige Nebenwirkung: Sie wertet die regionalen Pokalwettbewerbe auf. Für viele Amateurvereine ist der Landespokal der wichtigste Wettbewerb der Saison — nicht wegen des Titels selbst, sondern wegen des DFB-Pokal-Startplatzes, der damit verbunden ist. Die finanziellen Anreize sind erheblich: Jeder Teilnehmer der 1. Runde erhält eine Prämie von 211.886 Euro. Für einen Oberligisten kann das den gesamten Saisonetat übersteigen. Dazu kommen die Einnahmen aus dem Ticketverkauf und die mediale Aufmerksamkeit, die ein DFB-Pokal-Spiel gegen einen Bundesligisten mit sich bringt — ein Werbewert, der in der Liga des Amateurs nie erreichbar wäre. Der DFB-Pokal ist für viele kleine Vereine nicht nur ein sportlicher Wettbewerb, sondern ein wirtschaftlicher Lebensretter.
Die Setzregeln bei der Auslosung der 1. Runde sind klar: Die 36 Profivereine (BL + 2BL) sowie die vier bestplatzierten Drittligisten werden in einen Topf gelost, die 24 Landespokalsieger in einen zweiten. Jede Partie besteht aus einem Verein aus Topf 1 (Profi) und einem aus Topf 2 (Amateur/untere Liga), wobei der unterklassige Verein Heimrecht erhält. Ab der 2. Runde gibt es keine getrennten Töpfe mehr — jede Kombination ist möglich. Die Auslosung selbst findet öffentlich statt und wird live auf Sky übertragen. Sie ist für viele Amateurvereine ein Moment, der den Saisonhöhepunkt einleitet — denn in der Sekunde, in der der Name eines Bundesligisten fällt, beginnt für den kleinen Verein die Planung des größten Spiels seiner jüngeren Geschichte.
Durchführungsbestimmungen: Das offizielle Regelwerk
Hinter dem sportlichen Regelwerk des DFB-Pokals steht ein 82-seitiges Dokument, das jeden Aspekt des Wettbewerbs in juristischer Sprache regelt: die Durchführungsbestimmungen des DFB-Pokals 2025/26. Dieses Dokument ist der eigentliche Grundtext des Wettbewerbs — und gleichzeitig eines der am wenigsten gelesenen Regelwerke im deutschen Fußball.
Die Durchführungsbestimmungen regeln unter anderem die Zusammensetzung des Teilnehmerfelds und die Qualifikationswege, das Auslosungsverfahren für jede Runde, das Heimrecht und die Anforderungen an die Spielstätten, die TV-Produktionsanforderungen (Kameraanzahl, Beleuchtung, Signalqualität), die Kadermeldung und die Local-Player-Regelung, den Einsatz des VAR und die technischen Voraussetzungen dafür, die Prämienverteilung und die finanzielle Abrechnung sowie Ordnungsstrafen und Disziplinarmaßnahmen.
Besonders bemerkenswert ist die Local-Player-Regelung: Jeder Verein muss in seinem Kader eine Mindestanzahl an Spielern führen, die in der eigenen Jugendabteilung oder im regionalen Verband ausgebildet wurden. Diese Regelung soll die Nachwuchsförderung stärken und verhindern, dass Vereine ihren Pokalkader ausschließlich mit externen Zugängen besetzen. Die genauen Quoten variieren je nach Spielklasse des Vereins und sind in den Durchführungsbestimmungen detailliert festgelegt.
Für die TV-Produktion gelten ebenfalls strenge Vorgaben. Jedes Pokalspiel muss mit einer Mindestanzahl an Kameras produziert werden — in der 1. Runde weniger als im Achtelfinale, im Halbfinale mehr als im Viertelfinale. Die Beleuchtungsstärke des Stadions muss bestimmte Lux-Werte erreichen, und die Signalqualität muss den technischen Standards der Rechteinhaber entsprechen. Für Amateurvereine, die in der 1. Runde Heimrecht haben, bedeutet das häufig eine aufwendige technische Nachrüstung ihres Stadions — finanziert aus den Pokaleinnahmen, die der DFB vorab bereitstellt.
Die Durchführungsbestimmungen werden jährlich aktualisiert und vor Saisonbeginn veröffentlicht. Das offizielle Dokument ist über den DFB frei zugänglich — wer sich für die Feinheiten des Pokalregelwerks interessiert, findet dort Antworten auf Fragen, die im Fernsehkommentar selten gestellt werden. Für Trainer, Vereinsfunktionäre und engagierte Fans ist die Lektüre der Durchführungsbestimmungen eine Empfehlung: Das Dokument macht deutlich, wie viel organisatorischer Aufwand hinter jedem einzelnen Pokalspiel steckt — vom Mindestabstand der Werbebanden zum Spielfeldrand bis zur Pflicht, einen bestimmten Balltyp in der vorgeschriebenen Farbvariante zu verwenden. Die in diesem Artikel beschriebenen Regeln beziehen sich auf die Saison 2025/26 und den Stand der aktuellen Durchführungsbestimmungen — Regeländerungen können vor Saisonbeginn vom DFB beschlossen werden.
Alle wichtigen Termine und Ergebnisse finden Sie auf der offiziellen Webseite für Pokalergebnisse.