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Der VfB Stuttgart geht als Titelverteidiger in die DFB-Pokal-Saison 2025/26 — ein Status, den der Verein seit seinem Finale 2025 gegen Arminia Bielefeld mit sichtbarem Stolz trägt. Der VfB Stuttgart im Pokal, das war über Jahrzehnte eine Geschichte aus verpassten Chancen und frühen Ausscheidungen. Der 4:2-Sieg im Berliner Olympiastadion hat das Narrativ umgeschrieben: Stuttgart ist jetzt ein Verein, der weiß, wie sich ein Pokalsieg anfühlt.
In der laufenden Saison hat der VfB den Weg ins Halbfinale geschafft und trifft dort auf den SC Freiburg — ein Süddeutsches Duell, das den Pokal um eine regionale Dimension bereichert. Die Frage ist, ob Stuttgart die Pokal-Mentalität des Vorjahres konservieren kann oder ob die Doppelbelastung aus Liga und Europapokal ihren Tribut fordert.
Stuttgarts Pokalgeschichte: 4 Titel
Der VfB Stuttgart hat in seiner Geschichte vier DFB-Pokaltitel gewonnen. Die ersten Erfolge liegen Jahrzehnte zurück und fielen in Phasen, in denen der Verein auch in der Bundesliga zur erweiterten Spitze gehörte. Stuttgarts Pokaltradition ist weniger von Kontinuität geprägt als von einzelnen Höhepunkten, die durch lange Durststrecken getrennt sind.
Zwischen dem dritten und dem vierten Titel vergingen viele Jahre, in denen der VfB im Pokal regelmäßig in den frühen Runden scheiterte. Erstrundenaus gegen Amateurvereine, bittere Niederlagen im Viertelfinale, verpasste Halbfinals — die Pokal-Bilanz des VfB war über einen langen Zeitraum ein Schmerzthema für die Fans. Der Verein, der in der Liga um die Champions-League-Qualifikation mitspielte, konnte im Pokal seine Qualität nicht abrufen.
Die Wende kam mit dem Aufbau einer Mannschaft, die taktisch flexibel genug war, um sowohl Liga- als auch Pokalspiele auf hohem Niveau zu bestreiten. Stuttgart investierte in Kaderdichte und in eine Spielphilosophie, die im K.-o.-Format funktioniert: kompakte Defensive, schnelles Umschaltspiel, die Fähigkeit, Spiele über die gesamte Distanz zu kontrollieren. Der vierte Pokaltitel 2025 war das Ergebnis dieses Prozesses — und zugleich der Beweis, dass der VfB in der Lage ist, über ein ganzes Pokalturnier hinweg auf höchstem Niveau zu performen. Sechs Runden, sechs Siege, ein Finale in Berlin vor 76.000 Zuschauern — die perfekte Pokalsaison.
Das Finale 2025: Stuttgart 4:2 Bielefeld
Das Pokalfinale 2025 war ein Spiel, das niemand so vorhergesehen hatte. Stuttgart trat als klarer Favorit gegen Arminia Bielefeld an — einen Drittligisten, der sich durch den gesamten Wettbewerb bis ins Finale gekämpft hatte. Das Ergebnis von 4:2 klingt nach einem souveränen Sieg, doch der Spielverlauf war dramatischer, als es das Resultat suggeriert.
Bielefeld hielt über weite Strecken mit und zeigte, warum der Weg ins Finale kein Zufall war. Julian Kanias Treffer in der 82. Minute — das erste Tor eines Drittligisten in einem DFB-Pokalfinale überhaupt — war der emotionale Höhepunkt des Spiels aus Bielefelder Sicht. Stuttgart ließ sich davon nicht aus dem Konzept bringen und sicherte den Sieg mit der Erfahrung einer Mannschaft, die den Druck eines Endspiels beherrscht.
Das Finale zog 7,56 Millionen Fernsehzuschauer auf dem ZDF an — ein Marktanteil von 32,7 Prozent. Vor dem Spiel hatte der DFB mit 1,66 Millionen realen Ticketanfragen und 160 Millionen Bot-Attacken auf den Ticketshop einen neuen Rekord verzeichnet. Die Nachfrage überstieg das Angebot um ein Vielfaches und machte das Finale 2025 zum meistnachgefragten Endspiel der jüngeren Pokalgeschichte.
Für Stuttgart war der Triumph 2025 mehr als ein Pokaltitel. Er war die Bestätigung eines Entwicklungsprozesses, der den Verein von einem Pokal-Underperformer zu einem ernsthaften Titelkandidaten gemacht hat. Die Mannschaft zeigte im Finale eine Mischung aus Abgeklärtheit und Offensivdrang, die im deutschen Fußball selten in dieser Kombination zu finden ist. Die vier Tore gegen einen Gegner, der über 90 Minuten alles gegeben hatte, zeugten von einer Mannschaft, die unter Druck nicht nachlässt, sondern zulegt — die vielleicht wichtigste Eigenschaft im K.-o.-Fußball.
Saison 2025/26: Der Weg des Titelverteidigers
Als Titelverteidiger geht Stuttgart mit einer besonderen Erwartungshaltung in den Pokal. Die Mannschaft hat in der Saison 2025/26 die ersten vier Runden überstanden und steht im Halbfinale — ein Ergebnis, das zeigt, dass die Pokal-DNA des Vorjahres nachwirkt. Die Aufgaben in den frühen Runden wurden seriös gelöst, ohne dass der VfB dabei glänzen musste. In den späteren Runden stieg die Intensität, und Stuttgart zeigte, dass die Mannschaft in der Lage ist, auch gegen hochklassige Gegner Ergebnisse zu erzielen.
Die Doppelbelastung aus Bundesliga und Europa League, für die sich Stuttgart durch den Pokalsieg 2025 qualifiziert hat, stellt den Kader auf die Probe. Rotation ist in solchen Saisons unvermeidlich, und die Frage, wie viel Substanz Stuttgart für den Pokal übrig hat, wird sich im Halbfinale beantworten. Der VfB hat den Vorteil, dass die Mannschaft weiß, wie sich ein Pokalfinale anfühlt — eine Erfahrung, die in einem K.-o.-Wettbewerb mehr wert sein kann als jeder taktische Plan.
Der Weg des Titelverteidigers durch den Wettbewerb hat in der öffentlichen Wahrnehmung weniger Aufmerksamkeit erhalten als der des Rekordmeisters Bayern — aber genau das könnte Stuttgarts Vorteil sein. Im Schatten der großen Namen zu operieren, hat dem VfB schon im Vorjahr gut getan.
Halbfinale: Stuttgart gegen Freiburg
Das Halbfinale gegen den SC Freiburg ist ein Süd-Duell, das im deutschen Fußball besondere Resonanz erzeugt. Beide Vereine stehen für eine Philosophie, die Nachhaltigkeit über kurzfristigen Erfolg stellt — Eigengewächse statt teurer Transfers, Kontinuität auf der Trainerbank, eine Identifikation der Fans mit dem Verein, die über das Sportliche hinausgeht.
Taktisch verspricht die Partie ein enges Spiel. Freiburg wird tief stehen und auf Konter lauern, Stuttgart wird den Ball haben wollen und nach Lösungen im letzten Drittel suchen. Es ist ein Duell der Stile: Stuttgarts Offensivdrang gegen Freiburgs Defensivdisziplin. Im Pokal hat diese Konstellation schon häufig für Überraschungen gesorgt — und Freiburg weiß, wie man als vermeintlicher Außenseiter eine Partie für sich entscheidet.
Für Stuttgart steht mehr auf dem Spiel als die Titelverteidigung. Ein erneutes Finale in Berlin wäre die Bestätigung, dass der Pokalsieg 2025 kein einmaliger Ausreißer war, sondern der Beginn einer neuen Ära. Der VfB hat die Mannschaft, das Selbstverständnis und die Erfahrung, um den Pokal erneut zu gewinnen — aber der Pokal hat seine eigenen Gesetze, und Freiburg hat bewiesen, dass es diese Gesetze mindestens genauso gut beherrscht. Für Freiburg wäre es die Chance, nach dem verlorenen Finale 2022 gegen Leipzig einen neuen Anlauf auf den ersten Pokaltitel der Vereinsgeschichte zu nehmen.