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Wer im DFB-Pokal spielt, spielt auch um Geld — und zwar um deutlich mehr, als die meisten Fans vermuten. Der Prämientopf für die Saison 2025/26 beträgt 75 Millionen Euro, ein erneuter Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Die DFB-Pokal-Prämien sind damit so hoch wie nie zuvor. Für Bundesligisten ist das eine nette Beigabe zum TV-Geld der Liga. Für Drittligisten und Amateurvereine aber kann ein einziger Pokalabend den Haushalt einer ganzen Saison absichern.
Das System hinter der Verteilung ist klar strukturiert — und doch steckt in den Details mehr Brisanz, als man auf den ersten Blick erwarten würde. Denn der DFB-Pokal belohnt nicht nur sportlichen Erfolg, sondern verteilt auch Ticketerlöse nach einem eigenen Schlüssel, der Amateure bewusst bevorzugt. In dieser Übersicht schlüsseln wir auf, wie viel in jeder Runde gezahlt wird, was der Pokalsieger am Ende tatsächlich auf dem Konto hat — und warum die Formel 45/45/10 für kleine Vereine wichtiger ist als jede Rundenprämie.
Prämien nach Runde: Die vollständige Tabelle
Die Prämienstruktur im DFB-Pokal folgt einer einfachen Logik: Mit jeder Runde verdoppelt sich die Ausschüttung — bis zum Halbfinale. Ab dort gelten eigene Sätze für Finalisten und den Sieger. Die Beträge stammen aus den offiziellen Wettbewerbsinformationen des DFB und gelten für die Saison 2025/26.
| Runde | Prämie pro Verein |
|---|---|
| 1. Runde | 211.886 Euro |
| 2. Runde | 423.772 Euro |
| Achtelfinale | 847.544 Euro |
| Viertelfinale | ca. 1,7 Mio. Euro |
| Halbfinale | 3,39 Mio. Euro |
| Finalist (Verlierer) | 2,88 Mio. Euro |
| Pokalsieger | 4,32 Mio. Euro |
Der Sprung zwischen den Runden ist erheblich. In der 1. Runde kassiert jeder der 64 Teilnehmer gut 211.000 Euro — für einen Regionalligisten ist das bereits eine Summe, die den Jahresetat eines halben Kaders abdecken kann. Wer das Achtelfinale erreicht, hat zusammengenommen schon knapp 1,5 Millionen Euro an DFB-Prämien eingestrichen. Dass die Verdopplungslogik ab dem Halbfinale aufgebrochen wird, hat einen praktischen Grund: Der DFB gewichtet das Finale besonders und splittet die Summen in eine Finalistenprämie und eine Siegerprämie.
Wichtig zu verstehen: Diese Prämien sind garantierte Zahlungen des DFB an die Vereine. Sie kommen aus dem TV-Vertrag und werden unabhängig von Ticketeinnahmen, Merchandising oder Sponsoring ausgezahlt. Beide Mannschaften einer Partie erhalten die gleiche Rundenprämie — Heim- und Gastvorteil spielen hier keine Rolle.
Auffällig ist auch die Differenz zwischen Finalist und Sieger. Wer das Finale erreicht und verliert, erhält 2,88 Millionen Euro. Wer gewinnt, bekommt 4,32 Millionen Euro — also 1,44 Millionen mehr. Diese Spreizung soll den sportlichen Anreiz im Endspiel hochhalten, ohne den Verlierer finanziell abzustrafen. Beide Finalisten haben zu diesem Zeitpunkt bereits über sechs Millionen Euro an kumulierten Prämien verdient. Der Pokal kennt in dieser Hinsicht keine echten Verlierer — nur unterschiedlich große Gewinner.
Was verdient der Pokalsieger insgesamt?
Die einzelnen Rundenprämien klingen bereits beachtlich. Doch die entscheidende Frage lautet: Was bleibt am Ende auf dem Konto, wenn ein Verein den Pokal von der 1. Runde bis zum Finale durchspielt und gewinnt? Die Antwort: exakt 10.888.465 Euro. Diese Summe ergibt sich aus der Addition aller Rundenprämien — von den 211.886 Euro für die 1. Runde bis zu den 4,32 Millionen Euro Siegprämie im Finale.
Damit liegt der DFB-Pokal finanziell zwar weit hinter der Champions League, aber für den deutschen Vereinsfußball ist die Zahl keineswegs trivial. Ein Zweitligist, der überraschend den Pokal gewinnt, sichert sich damit fast elf Millionen Euro zusätzlich zu seinen regulären Ligaeinnahmen — ein Betrag, der Transfer- und Kaderplanungen erheblich beeinflusst. Zum Vergleich: Ein Verein aus der 3. Liga hat laut DFL-Wirtschaftsreport einen durchschnittlichen Gesamtumsatz von deutlich unter 20 Millionen Euro pro Saison.
Selbst für Bundesligisten ist der Pokalgewinn mehr als ein symbolischer Erfolg. Die knapp elf Millionen Euro ergänzen die regulären TV-Gelder und schaffen finanziellen Spielraum für Transfers oder Infrastruktur. Hinzu kommen die Ticketeinnahmen aus bis zu sechs Heimspielen und der garantierte Startplatz in der Europa League — ein weiterer Einnahmekanal, der mit dem Pokal verknüpft ist.
Ticketeinnahmen: Die 45/45/10-Formel
Neben den DFB-Prämien gibt es eine zweite, oft unterschätzte Einnahmequelle im Pokal: die Ticketerlöse. Und hier wird es für Amateurvereine richtig interessant. Der DFB regelt die Verteilung der Zuschauereinnahmen nach einer festen Formel: 45 Prozent gehen an den Heimverein, 45 Prozent an den Gastverein, und 10 Prozent behält der DFB für die Organisation — Stadionmiete, Ordnungsdienst, Schiedsrichterspesen.
Was auf dem Papier nach einer symmetrischen Aufteilung klingt, hat in der Praxis eine klare Schlagseite zugunsten der kleineren Vereine. Denn im DFB-Pokal haben Amateurclubs bis zum Achtelfinale grundsätzlich Heimrecht, wenn sie auf einen Profiklub treffen. Für den Oberligisten bedeutet ein ausverkauftes Stadion bei einem Spiel gegen Bayern München nicht nur einen unvergesslichen Abend, sondern echte Einnahmen. Und weil der Gastverein ebenfalls 45 Prozent bekommt, verdient auch ein Bundesligist bei einem Auswärtsspiel in einem kleinen Stadion noch mit — wenn auch weniger als bei einem eigenen Heimspiel vor 60.000 Zuschauern.
Die Kombination aus garantierter Rundenprämie und Ticketanteil macht den DFB-Pokal für Amateurvereine zum lukrativsten Einzelereignis der Saison. Ein Viertligist, der in der 1. Runde vor ausverkauftem Haus gegen einen Erstligisten spielt, kann mit Prämie und Ticketerlösen zusammen auf weit über 300.000 Euro kommen — in einer Liga, in der manche Vereine mit einem Jahresbudget von unter einer Million wirtschaften.
Das Modell ist bewusst solidarisch angelegt. DFB-Vizepräsident Peter Frymuth betonte bei der Festlegung der Erlösverteilung die partnerschaftliche Abstimmung zwischen DFB und DFL und sprach von der Einheit zwischen Profis und Amateuren, die sich im DFB-Pokal widerspiegele. In der Praxis zeigt sich das nirgendwo deutlicher als bei der Ticketverteilung: Ein Fünftligist profitiert prozentual genauso stark wie ein Champions-League-Teilnehmer.
Vergleich: 2024/25 vs. 2025/26
Der Gesamtfonds ist von 74,2 Millionen Euro auf 75 Millionen Euro gestiegen — ein Plus von 800.000 Euro. Das klingt nach einer marginalen Erhöhung, doch der Zuwachs verteilt sich über alle Runden und summiert sich. In der 1. Runde stieg die Prämie von 209.453 Euro auf 211.886 Euro pro Verein. Multipliziert mit 64 Teilnehmern ergibt das allein in der Auftaktrunde eine Mehrausschüttung von rund 155.000 Euro insgesamt.
Der Anstieg ist weniger ein Ergebnis neuer Verhandlungen als vielmehr die Folge des bestehenden TV-Vertrags, der eine jährliche Dynamisierung vorsieht. Der DFB verhandelt die Medienrechte in Paketen über mehrere Spielzeiten, und die aktuelle Vereinbarung mit Sky, ARD und ZDF enthält eine automatische Steigerungsklausel. Der nächste große Sprung steht mit dem neuen Rechtevertrag ab 2026/27 bevor, wenn RTL als neuer Partner hinzukommt und die Clip-Rechte erstmals an kicker gehen.
Für die Vereine ändert sich im Alltag wenig: Die Prämien werden wie gehabt nach jeder Runde automatisch ausgezahlt. Der psychologische Effekt des Anstiegs sollte man dennoch nicht unterschätzen. Gerade für Drittligisten und Amateurvereine signalisiert die jährliche Erhöhung, dass der DFB den Pokal als eigenständige Marke ernst nimmt — und nicht nur als Beiprogramm zur Bundesliga versteht.
Ein Blick auf die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt den Trend deutlich: Noch in der Saison 2023/24 lag der Gesamtfonds bei 68 Millionen Euro. Innerhalb von zwei Spielzeiten ist er um sieben Millionen Euro gewachsen. Das entspricht einem Zuwachs von gut zehn Prozent — eine Dynamik, die vor allem den TV-Einnahmen zu verdanken ist. Mit dem neuen Medienvertrag ab 2026/27, der erstmals RTL als Free-TV-Partner und kicker als Clip-Rechte-Inhaber einschließt, dürfte sich dieser Trend fortsetzen. Die 80-Millionen-Marke ist keine unrealistische Perspektive mehr.