DFB-Pokal Einnahmen

Was verdienen Vereine im DFB-Pokal? Ticket-Einnahmen, TV-Gelder und die Bedeutung für Amateurklubs.

Kleiner Amateurverein-Stadioneingang mit Ticketkasse und DFB-Pokal-Plakat an einem Spieltag

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Der DFB-Pokal ist nicht nur ein sportlicher Wettbewerb, sondern ein Wirtschaftsfaktor — für Bundesligisten wie für Amateurvereine. Die DFB-Pokal-Einnahmen der Vereine setzen sich aus mehreren Quellen zusammen: DFB-Prämien, Ticketerlöse, TV-Gelder und Nebeneinnahmen aus Catering und Merchandising. Je weiter ein Verein im Turnier kommt, desto stärker addieren sich diese Posten — und für kleinere Klubs kann ein erfolgreicher Pokalabend den Unterschied zwischen einem ausgeglichenen Haushalt und einem Defizit ausmachen.

Die Gesamteinnahmen eines Vereins im DFB-Pokal hängen von Faktoren ab, die sich nur teilweise kontrollieren lassen: der erreichten Runde, dem Gegner, dem Heimrecht und der Stadionkapazität. In diesem Beitrag schlüsseln wir die Einnahmequellen auf, rechnen Beispielszenarien durch und ordnen den Pokal in den finanziellen Gesamtkontext des deutschen Fußballs ein.

TV-Gelder: Der größte Posten

Der Prämientopf des DFB-Pokals 2025/26 beträgt laut Sportschau 75 Millionen Euro — finanziert aus den TV-Rechte-Erlösen. Diese Summe wird nach einem festen Schlüssel auf die Vereine verteilt: Jeder der 64 Teilnehmer der 1. Runde erhält automatisch 211.886 Euro. Mit jeder weiteren Runde verdoppelt sich die Prämie bis zum Halbfinale, ab dem eigene Sätze gelten.

Die TV-Gelder sind der mit Abstand größte Einzelposten in der Pokalfinanzierung. Sie fließen unabhängig davon, ob ein Spiel im Free-TV, auf Sky oder gar nicht live übertragen wird — die Prämie ist garantiert. Für Bundesligisten, deren Gesamthaushalt im dreistelligen Millionenbereich liegt, sind die Pokalprämien ein willkommener Bonus. Für Drittligisten und Amateurvereine können sie existenzsichernd sein.

Die Steigerung des Gesamtfonds von 74,2 Millionen Euro in der Vorsaison auf 75 Millionen Euro zeigt, dass die TV-Einnahmen des Pokals kontinuierlich wachsen. Der neue Medienvertrag ab 2026/27, der erstmals RTL als Free-TV-Partner und kicker als Clip-Rechte-Inhaber einschließt, dürfte diesen Trend verstärken. Mehr Bieter auf dem Markt bedeuten in der Regel höhere Erlöse — und damit höhere Prämien für die Vereine.

Ein Detail, das in der öffentlichen Diskussion oft untergeht: Die 75 Millionen Euro decken nur die DFB-Prämien ab. Die tatsächlichen TV-Einnahmen des DFB aus dem Pokal liegen höher, weil ein Teil der Erlöse für die Organisation des Wettbewerbs, die Schiedsrichterkosten und die Verbandsarbeit einbehalten wird. Der an die Vereine ausgeschüttete Anteil ist das Ergebnis einer Verhandlung zwischen DFB und DFL, die in jeder Vertragsperiode neu geführt wird.

Ticketeinnahmen und Stadionerlöse

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Neben den TV-Geldern sind die Ticketeinnahmen die zweite zentrale Einnahmequelle im Pokal. Laut liga3-online.de verteilt der DFB die Zuschauererlöse nach der 45/45/10-Formel: 45 Prozent an den Heimverein, 45 Prozent an den Gastverein, 10 Prozent an den DFB für Organisation, Sicherheit und Schiedsrichter.

Für Heimvereine mit großen Stadien sind die Ticketeinnahmen beachtlich. Ein ausverkauftes Stadion mit 50.000 Zuschauern generiert bei einem durchschnittlichen Ticketpreis von 30 Euro einen Bruttoumsatz von 1,5 Millionen Euro — davon bleiben nach der 45/45/10-Formel 675.000 Euro beim Heimverein und die gleiche Summe beim Gastverein. Für einen Bundesligisten ist das ein normaler Spieltag; für einen Amateurverein, der als Gast 675.000 Euro mitnimmt, ist es ein finanzieller Glücksfall.

Die Nebenerlöse aus Catering, Merchandising und Parkplatzgebühren kommen als zusätzliche Einnahme hinzu. Diese Posten werden nicht nach der 45/45/10-Formel geteilt, sondern verbleiben in der Regel vollständig beim Heimverein. Für Amateurvereine mit Heimrecht ist das ein weiterer Anreiz, das Stadion voll zu bekommen: Jeder verkaufte Becher Bier und jeder Schal am Merchandising-Stand fließt direkt in die Vereinskasse.

Was der Pokal für Amateurklubs bedeutet

Für Amateurvereine ist der DFB-Pokal der wichtigste wirtschaftliche Einzeltermin der Saison. Ein Viertligist, der in der 1. Runde vor ausverkauftem Haus einen Bundesligisten empfängt, kann aus Prämie, Ticketanteil und Nebenerlösen einen Gesamtertrag von 400.000 bis 500.000 Euro erzielen — ein Betrag, der für manche Vereine dem halben Jahresbudget entspricht.

Die Bedeutung des Pokals für den Amateurfußball lässt sich nicht überschätzen. Die Prämie von 211.886 Euro für die 1. Runde allein reicht aus, um den Spielbetrieb eines Oberligisten für mehrere Monate zu finanzieren. Wer die 2. Runde erreicht, verdoppelt diese Summe nahezu. Und wer das Achtelfinale schafft — was für einen Amateurverein eine absolute Ausnahmeleistung darstellt —, hat über 1,4 Millionen Euro an kumulierten Prämien eingestrichen.

Die Investition dieser Pokaleinnahmen variiert von Verein zu Verein. Einige Klubs nutzen das Geld für Infrastruktur: neue Kabinen, eine Flutlichtanlage, die Sanierung des Kunstrasenplatzes. Andere stärken den Kader für die laufende Saison oder bauen die Jugendarbeit aus. Unabhängig von der Verwendung gilt: Der Pokal ermöglicht Investitionen, die im regulären Spielbetrieb der unteren Ligen schlicht nicht finanzierbar wären.

Ein Effekt, der oft unterschätzt wird, ist die Planungssicherheit, die eine Pokalteilnahme schafft. Amateurvereine, die wissen, dass sie im August einen Bundesligisten empfangen, können bereits Monate im Voraus kalkulieren — Ticketeinnahmen, DFB-Prämie, Merchandising-Umsatz. Diese Planbarkeit ist im Amateurfußball selten und ermöglicht es den Vereinen, gezielt in Projekte zu investieren, die über den reinen Spielbetrieb hinausgehen.

Makrokontext: Medienerlöse im deutschen Fußball

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Die Einnahmen aus dem DFB-Pokal stehen im Kontext einer Fußballwirtschaft, in der Medienerlöse den größten Einzelposten im Gesamtumsatz der Proficlubs ausmachen. Laut dem DFL-Wirtschaftsreport 2023/24 entfallen rund 31 Prozent des Gesamtumsatzes der 36 Proficlubs auf Medienrechte. Das ist der größte Anteil unter allen Einnahmekategorien — noch vor Spieltagserlösen, Sponsoring und Transfereinnahmen.

Für den DFB-Pokal bedeutet das: Der Wettbewerb ist Teil eines größeren Ökosystems, in dem TV-Gelder die wirtschaftliche Grundlage des Profifußballs bilden. Die 75 Millionen Euro Prämientopf des Pokals sind im Vergleich zu den über einer Milliarde Euro der DFL-Medienrechte ein kleinerer Betrag — aber einer, der anders verteilt wird. Während die DFL-Gelder nach einem komplexen Schlüssel fließen, der Bundesligisten bevorzugt, geht das Pokalgeld an alle 64 Teilnehmer, vom FC Bayern bis zum Landespokalsieger aus der Oberliga.

Diese Verteilungslogik macht den DFB-Pokal zu einem Umverteilungsmechanismus im deutschen Fußball. Die TV-Gelder, die von den großen Sendern für attraktive Paarungen bezahlt werden, fließen in Form von Prämien auch an Vereine, die im regulären TV-Markt keine Rolle spielen. Der Pokal finanziert den Breitenfußball mit — eine Funktion, die oft übersehen wird, aber für die Stabilität des deutschen Fußball-Ökosystems zentral ist.

Mit dem neuen Medienvertrag ab 2026/27 wird sich dieser Mechanismus voraussichtlich verstärken. Mehr Partner, höhere Erlöse, ein wachsender Prämientopf — die Einnahmen der Vereine im DFB-Pokal werden in den kommenden Jahren weiter steigen. Für Amateurvereine ist das eine gute Nachricht: Ihr Anteil am Kuchen wächst mit, solange sie den Weg in den DFB-Pokal schaffen. Die Kombination aus steigenden TV-Erlösen, stabilen Zuschauerzahlen und der solidarischen Verteilungslogik des DFB macht den Pokal zum wichtigsten Finanzierungsinstrument des Breitenfußballs in Deutschland — ein Aspekt, der in der öffentlichen Wahrnehmung oft hinter den sportlichen Schlagzeilen verschwindet.