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Das Olympiastadion Berlin und der DFB-Pokal gehören zusammen wie kaum ein Stadion und ein Wettbewerb im deutschen Fußball. Seit 1985 ist die monumentale Arena im Berliner Westend die feste Heimat des Pokalfinals — und wird es dank einer Vertragsverlängerung bis mindestens 2030 bleiben. Was einst als Austragungsort der Olympischen Spiele 1936 errichtet wurde, hat sich im Laufe der Jahrzehnte zur wichtigsten Kulisse des deutschen Vereinsfußballs entwickelt. Im Februar 2026 haben der DFB und das Land Berlin den Vertrag über die Durchführung des Pokalfinals offiziell bis 2030 verlängert — ein Bekenntnis beider Seiten zum Standort Berlin und zur Tradition des Wettbewerbs.
Für die Fans ist das Olympiastadion mehr als ein Austragungsort: Es ist der Ort, an dem Pokalgeschichte geschrieben wird. Von dramatischen Finals über Last-Minute-Tore bis hin zu den unvergesslichen Choreographien der Fankurven — die Arena am Olympischen Platz hat alles erlebt. In diesem Artikel beleuchten wir die Geschichte des Stadions, seine Kapazität, die aktuellen Infrastruktur-Updates und die vertragliche Absicherung als Finalort.
Geschichte des Olympiastadions
Das Berliner Olympiastadion wurde zwischen 1934 und 1936 nach Plänen des Architekten Werner March errichtet und diente als Hauptaustragungsort der Olympischen Sommerspiele 1936. Die Anlage, eingebettet in das weitläufige Olympiagelände mit Maifeld, Glockenturm und Waldbühne, war von Beginn an als monumentale Sportarena konzipiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Stadion zunächst als Hauptquartier der britischen Streitkräfte und wurde erst schrittweise wieder für den Sportbetrieb geöffnet.
Für den Berliner Fußball ist das Olympiastadion vor allem als Heimstätte von Hertha BSC bekannt, die hier seit Jahrzehnten ihre Bundesliga-Heimspiele austrägt. Doch die internationale Bedeutung des Stadions geht weit darüber hinaus: 2006 war es der zentrale Spielort der FIFA-Weltmeisterschaft in Deutschland und beherbergte unter anderem das Finale zwischen Italien und Frankreich. Diese Erfahrung bestätigte die Eignung der Arena für Großveranstaltungen auf höchstem Niveau.
Der entscheidende Wendepunkt für die Verbindung zwischen Olympiastadion und DFB-Pokal kam 1985. In diesem Jahr wurde Berlin erstmals als fester Standort für das Pokalfinale gewählt — eine Entscheidung, die sich als dauerhaft erweisen sollte. Seit über 40 Jahren findet das Endspiel des DFB-Pokals im Olympiastadion statt, was dem Wettbewerb eine einzigartige Tradition und einen festen Platz im deutschen Sportkalender verleiht. Die Atmosphäre am Finaltag, wenn zwei Fanlager das Stadion in ihre Vereinsfarben tauchen, ist legendär.
Zwischen 2000 und 2004 wurde das Olympiastadion grundlegend modernisiert. Das Dach wurde geschlossen, die Leichtathletiklaufbahn blieb erhalten, und die gesamte Infrastruktur wurde auf den Stand eines modernen Fünf-Sterne-Stadions gebracht. Die Sanierung kostete rund 242 Millionen Euro und verwandelte die historische Arena in eine zeitgemäße Multifunktionsarena, ohne ihren architektonischen Charakter zu opfern. Das Ergebnis ist ein Stadion, das Geschichte und Moderne auf einzigartige Weise verbindet.
Kapazität: 74 244 + Zusatztribünen
Die reguläre Sitzplatzkapazität des Olympiastadions beträgt 74 244 Plätze — eine Zahl, die das Stadion zu einem der größten in Deutschland macht. Für das DFB-Pokalfinale reicht diese Kapazität allerdings regelmäßig nicht aus, um der enormen Nachfrage gerecht zu werden. Die Lösung: temporäre Zusatztribünen, die das Fassungsvermögen auf bis zu 76 000 Zuschauer erhöhen.Zusatztribünen beim Pokalfinale: Die Firma NÜSSLI errichtet für das Endspiel temporäre Tribünenelemente zwischen dem Marathontor und dem Glockenturm. Diese Konstruktion schafft laut Stadionwelt rund 1 750 zusätzliche Sitzplätze und hebt die Gesamtkapazität auf bis zu 76 000 Zuschauer.
Die Installation der Zusatztribünen ist ein logistisches Großprojekt, das Wochen vor dem Finale beginnt. Die Tribünenelemente von NÜSSLI werden so positioniert, dass sie den historischen Charakter des Stadions nicht beeinträchtigen, gleichzeitig aber eine maximale Zuschauerkapazität ermöglichen. Die zusätzlichen Plätze sind besonders begehrt: Beim Finale 2025 zwischen Stuttgart und Bielefeld gingen über 1,66 Millionen Ticketanfragen beim DFB ein — bei einer Kapazität von rund 76 000. Das Verhältnis von Angebot und Nachfrage zeigt, welchen Stellenwert das Pokalfinale im Olympiastadion genießt.
Die Sitzplatzverteilung am Finaltag folgt einem festen Schema: Beide Finalisten erhalten jeweils ein großes Kontingent, das über die Vereinskanäle an die Fans verteilt wird. Hinzu kommen Kontingente für den DFB, Sponsoren, Ehrengäste und den freien Verkauf. Die Akustik des Stadions — trotz des offenen Dachs über dem Spielfeld — sorgt für eine beeindruckende Atmosphäre, wenn 76 000 Fans gleichzeitig ihre Vereinshymnen anstimmen.
Infrastruktur-Updates: Eingang Süd
So traditionsreich das Olympiastadion auch ist, so notwendig sind kontinuierliche Investitionen in die Infrastruktur. Die Erfahrungen des Pokalfinals 2025 haben gezeigt, dass insbesondere bei den Eingangsbereichen Verbesserungsbedarf besteht. Lange Wartezeiten und Engpässe am Eingang Süd sorgten bei vielen Besuchern für Frustration — ein Problem, das der DFB und die Betreibergesellschaft offen adressiert haben.
Im Rahmen der Vertragsverlängerung bis 2030 wurde eine konkrete Maßnahme vereinbart: Die Erweiterung des Eingangs Süd soll die Zugangskapazitäten signifikant erhöhen und die Wartezeiten für Fans deutlich reduzieren. Die Planung basiert auf einer detaillierten Analyse der Besucherströme beim Finale 2025, die Schwachstellen im südlichen Zugangsbereich identifiziert hat. Die Umsetzung soll rechtzeitig vor dem Finale 2026 abgeschlossen sein.
Die Erweiterung umfasst zusätzliche Einlassschleusen, breitere Zugangswege und eine optimierte Besucherführung durch bauliche Maßnahmen. Ziel ist es, die Einlasszeit pro Besucher zu verringern und Staus in den Stoßzeiten vor dem Anpfiff zu vermeiden. Für ein Event mit über 76 000 Zuschauern ist ein reibungsloser Einlass nicht nur eine Frage des Komforts, sondern auch der Sicherheit — ein Aspekt, den der DFB und die Berliner Behörden besonders ernst nehmen.
Neben dem Eingang Süd werden auch weitere Infrastrukturbereiche sukzessive modernisiert. Die digitale Vernetzung des Stadions, die Gastronomiebereiche und die barrierefreien Zugänge stehen auf der Agenda der kommenden Jahre. Das Ziel ist klar: Das Olympiastadion soll nicht nur historisch bedeutsam, sondern auch operativ auf dem höchsten Stand sein.
Vertrag bis 2030: Berlin bleibt Finalstadt
Am 5. Februar 2026 haben der DFB und das Land Berlin die Verlängerung des Vertrags über die Ausrichtung des DFB-Pokalfinals im Olympiastadion offiziell unterzeichnet. Der neue Vertrag läuft bis 2030 und sichert damit, dass Berlin mindestens bis zum Ende des Jahrzehnts die Hauptstadt des deutschen Pokalfußballs bleibt. Seit 1985 ist die Stadt ununterbrochener Gastgeber des Endspiels — eine Serie, die mit der Verlängerung auf über 45 Jahre anwachsen wird.
«Das DFB-Pokalfinale ist nicht nur ein sportliches Highlight, sondern auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für den deutschen Fußball und die Stadt Berlin.» — Holger Blask, DFB-Generalsekretär (berlin.de, Februar 2026)
Die wirtschaftliche Dimension ist beträchtlich. Jedes Pokalfinale bringt Zehntausende Fans nach Berlin, die nicht nur das Stadion füllen, sondern auch Hotels, Restaurants und den öffentlichen Nahverkehr der Stadt in Anspruch nehmen. Die Wertschöpfung eines einzelnen Finaltages wird von der Berliner Senatsverwaltung als signifikant eingestuft, weshalb das Land Berlin ein starkes Eigeninteresse an der Fortsetzung der Tradition hat.
Für den DFB bietet der Langzeitvertrag Planungssicherheit und die Möglichkeit, gemeinsam mit der Stadt Berlin in die Infrastruktur zu investieren. Die im Rahmen der Verlängerung vereinbarte Erweiterung des Eingangs Süd ist ein erstes konkretes Ergebnis dieser partnerschaftlichen Zusammenarbeit. Weitere Maßnahmen zur Modernisierung und Verbesserung des Fan-Erlebnisses sind in Planung.Mit dem Vertrag bis 2030 ist das Olympiastadion Berlin als Austragungsort des DFB-Pokalfinals langfristig gesichert — inklusive Infrastruktur-Investitionen, die das Fan-Erlebnis weiter verbessern sollen.
Die Entscheidung für Berlin ist auch ein kulturelles Statement. Das Pokalfinale im Olympiastadion hat eine eigene Identität entwickelt, die untrennbar mit dem Wettbewerb verbunden ist. Der Aufmarsch der Fans auf der Straße des 17. Juni, die Choreographien in der Arena und die einzigartige Atmosphäre am Maifeld — all das macht das Berliner Finale zu einem Erlebnis, das über den reinen Fußball hinausgeht. Ein Wechsel des Standorts hätte nicht nur logistische, sondern auch emotionale Konsequenzen für Millionen von Fans.