DFB-Pokal im Free-TV

DFB-Pokal im Free-TV: Welche Spiele zeigen ARD, ZDF und erstmals RTL? Alle Sendetermine der Saison.

Fernseher zeigt ein Live-Fußballspiel des DFB-Pokals in einem Wohnzimmer am Abend

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Der DFB-Pokal im Free-TV gehört zu den wenigen Fußball-Formaten in Deutschland, die ohne Bezahlschranke zugänglich sind. In der Saison 2025/26 teilen sich ARD und ZDF die frei empfangbaren Übertragungen — ein bewährtes Modell, das ab der kommenden Saison durch RTL als dritten Partner erweitert wird. Wer wissen will, wo er welches Pokalspiel kostenlos sehen kann, findet hier die Übersicht.

Die Free-TV-Übertragungen des DFB-Pokals sind mehr als ein Service für Fans ohne Sky-Abo. Sie sind ein politisches Statement: Der DFB stellt sicher, dass der wichtigste K.-o.-Wettbewerb des deutschen Vereinsfußballs nicht vollständig hinter einer Bezahlmauer verschwindet. In einer Zeit, in der immer mehr Sportrechte zu Streaming-Diensten abwandern, ist die Free-TV-Präsenz des Pokals ein Anker der Zugänglichkeit — und ein Argument für die gesellschaftliche Relevanz des Wettbewerbs.

ARD: Welche Spiele zeigt das Erste?

Die ARD überträgt in der laufenden Saison 2025/26 ausgewählte DFB-Pokalspiele live im Ersten. Im aktuellen Rechtevertrag sind laut der DFB-Medienrechtevergabe sieben bis acht Partien für die ARD vorgesehen — darunter Spiele aus den späteren Runden, die sportlich besonders attraktiv sind. Die genaue Zuordnung der Spiele zu den Sendern erfolgt in der Regel einige Wochen vor dem jeweiligen Spieltag.

Die ARD-Sportschau ist die zentrale Plattform für die Pokalberichterstattung im Ersten. Neben den Live-Übertragungen bietet die Sportschau am Pokaltag Zusammenfassungen aller Partien — ein Format, das auch Fans der Vereine bedient, deren Spiele nicht live im Free-TV laufen. Die Sportschau-Konferenz am Pokalabend hat sich als festes Ritual etabliert: Zwischen den Live-Spielen schaltet die Sendung zu den parallel laufenden Partien und liefert Tore, Reaktionen und Analysen in Echtzeit.

Für die Halbfinals und das Finale gilt: Mindestens eines der beiden Halbfinals wird im Free-TV übertragen, und das Finale im Berliner Olympiastadion ist traditionell im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen. In der Saison 2025/26 liegt die Übertragung des Finals beim ZDF, nachdem die ARD im Vorjahr das Endspiel zeigte. Die Sender wechseln sich beim Finale ab — eine Praxis, die für Planungssicherheit bei beiden Anstalten sorgt.

Die Qualität der ARD-Übertragungen ist hoch. Kommentatoren mit Erfahrung aus Bundesliga und Nationalmannschaft bringen Expertise mit, und die Vor- und Nachberichterstattung profitiert von einem Team aus Experten und Reportern, das den Pokal nicht nur als Pflichttermin, sondern als Herzensangelegenheit behandelt.

Ein strategischer Vorteil der ARD liegt in ihrer regionalen Struktur. Die Landesrundfunkanstalten — WDR, NDR, BR und andere — liefern lokale Perspektiven auf die Pokalspiele, die für Fans der kleineren Vereine besonders wertvoll sind. Wenn ein Regionalligist aus Niedersachsen in der 1. Runde gegen einen Bundesligisten antritt, berichtet der NDR mit einer Nähe und einem Detailwissen, das nationale Sender nicht bieten können. Diese regionale Verwurzelung macht die ARD zum natürlichen Partner des DFB-Pokals.

ZDF: Livespiele und heute-Format

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Das ZDF überträgt im aktuellen Vertrag ebenfalls ausgewählte Pokalspiele live. Die Anzahl der Live-Partien im ZDF liegt im Bereich der ARD-Quote — beide öffentlich-rechtlichen Sender teilen sich die Free-TV-Rechte nach einem internen Schlüssel auf, der von Saison zu Saison variiert. Im neuen Vertrag ab 2026/27 wird das ZDF 15 Spiele zeigen und damit sein Kontingent deutlich ausbauen.

Die Pokalberichterstattung des ZDF läuft über das Sportstudio und die heute-Sendungen. Am Pokaltag liefert das ZDF Zusammenfassungen und Analysen in seinen regulären Nachrichtensendungen, wobei das Sportstudio die ausführlichste Plattform bietet. Die Kombination aus Live-Übertragung und Nachberichterstattung sorgt dafür, dass auch Zuschauer, die das Spiel nicht live verfolgen konnten, zeitnah über die Ergebnisse informiert werden.

Ein Unterschied zur ARD liegt im redaktionellen Ansatz. Das ZDF setzt stärker auf dokumentarische Formate und Hintergrundberichte rund um den Pokal — Porträts der Amateurvereine, Reportagen über die Auslosung, Feature über die Geschichte des Wettbewerbs. Diese Beiträge ergänzen die Live-Berichterstattung und geben dem Pokal eine Tiefe, die über das reine Spielgeschehen hinausgeht.

Für die Saison 2025/26 hat das ZDF das Pokalfinale übertragen. Das Endspiel 2025 zwischen Stuttgart und Bielefeld erreichte laut DWDL.de 7,56 Millionen Zuschauer bei einem Marktanteil von 32,7 Prozent — Werte, die die Bedeutung des Free-TV-Pokals für das Gesamtpublikum unterstreichen.

Mediathek-Streaming: ARD und ZDF kostenlos online

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Wer kein klassisches Fernsehgerät nutzt oder das Spiel unterwegs verfolgen will, kann die Free-TV-Übertragungen auch über die Mediatheken von ARD und ZDF streamen. Die ARD Mediathek und die ZDF Mediathek bieten die Live-Streams parallel zur TV-Ausstrahlung an — kostenlos, ohne Anmeldung und in der Regel in HD-Qualität.

Die Mediathek-Streams haben sich in den vergangenen Jahren zu einer wichtigen Ergänzung des linearen Fernsehens entwickelt. Gerade jüngere Zuschauer, die keinen Fernseher besitzen oder bevorzugt auf dem Laptop, Tablet oder Smartphone schauen, nutzen die Mediatheken als primären Zugangsweg. Die Abrufzahlen der Pokal-Live-Streams steigen von Saison zu Saison — ein Trend, der sich mit der allgemeinen Verschiebung des Medienkonsums ins Digitale deckt.

Ein Vorteil der Mediatheken: Nach der Live-Ausstrahlung stehen die Spiele als Wiederholung zur Verfügung. Die genaue Dauer der Verfügbarkeit variiert, liegt aber in der Regel bei mindestens sieben Tagen. Zusammenfassungen und Highlight-Clips sind teilweise dauerhaft abrufbar. Für Fans, die den Anpfiff verpasst haben, ist die Mediathek damit die erste Anlaufstelle — schneller und komfortabler als jede alternative Quelle. Ergänzend bieten beide Mediatheken eine Nachberichterstattung mit Expertenmeinungen, Spielerinterviews und statistischen Auswertungen — Inhalte, die auf dem linearen Sendeplatz oft keinen Platz finden, im digitalen Umfeld aber unbegrenzt verfügbar sind.

Ausblick: RTL ab 2026/27 im Free-TV

Ab der Saison 2026/27 wird RTL als dritter Free-TV-Partner in die DFB-Pokal-Übertragung einsteigen. Der Privatsender hat sich im neuen Medienrechtevertrag 15 Spiele gesichert — eine Zahl, die das Free-TV-Angebot im Pokal erheblich erweitert. Zusammen mit den Spielen von ARD und ZDF werden künftig mehr als 35 Partien pro Saison frei empfangbar sein.

Für Fans bedeutet das: Ab 2026/27 wird mehr als die Hälfte aller 63 DFB-Pokal-Spiele im Free-TV zu sehen sein. Das ist eine signifikante Verbesserung gegenüber der aktuellen Situation, in der die freie Ausstrahlung auf deutlich weniger Partien beschränkt ist. RTL wird voraussichtlich Spiele aus den frühen Runden übertragen — jene Begegnungen, in denen Amateurvereine auf Bundesligisten treffen und die den besonderen Charakter des Pokals verkörpern.

Der Einstieg von RTL verändert auch die Dynamik der Berichterstattung. Als Privatsender bringt RTL ein anderes Produkt als ARD und ZDF: kürzere Vorberichterstattung, Werbepausen, eine unterhaltungsorientierte Moderation. Ob das den Pokalabend aufwertet oder stört, wird sich zeigen. Klar ist, dass die Free-TV-Landschaft des DFB-Pokals ab der kommenden Saison vielfältiger sein wird als je zuvor — und dass Fans künftig drei Fernbedienungstasten statt zwei benötigen, um alle frei empfangbaren Pokalspiele zu finden.